| Der "Berg von Marcilly" | ||
![]() Eine außergewöhnliche Flora: Mit einer Fläche von 10 Hektar ist diese Kuppe von Marcilly
dafür bekannt, Pflanzen aus verschiedenen biogeographischen Zonen zu beherbergen. Die
Botaniker messen ihrer Flora einen großen regionalen Wert bei. Vier geschützte Arten
kommen hier vor. Die Kuppe ist gekennzeichnet durch eine Kalkrasendecke und das
Hervortreten von Felsgestein. Ein Zeugenberg: Dieser Hügel stellt eine Kuppe aus Kalkstein und Kalkmergel dar, dessen Gipfel 305 Meter erreicht. Die Kuppe war von der Erosion durch Ignon und Venarde verschont geblieben, da sie von einer harten Kalkschicht überzogen ist. Es handelt sich um einen isolierten Zeugenberg unter den Kalkausläufern des Châtillonais (mit einer Höhe von über 340 m). Diese Kalkinsel, die eine an Trockenheit angepasste Vegetation beherbergt, ruht auf wasserundurchlässigem Mergel, wie der an ihrem Fuße gelegene Teich beweist. Die Begegnung von zwei Klimazonen: Schematisch gesehen, liegt die Kuppe genau auf dem Schnittpunkt zweier Klimazonen: einem kontinental-bergischen Klima das von Norden her kommt (aus dem Châtillonais) und einem submediterranem Klima von Süden her (aus dem Saônetal). Dieser doppelte Einfluss erklärt den floristischen Reichtum des Standortes. Eine typische Fauna: Der Standort wird von einigen Vogelarten, wie dem Grauweih, dem europäischen Sperber, dem Turmfalken, der Heidelerche, dem Steinschmätzer und dem Orpheusspötter aufgesucht. Ein Lagerplatz aus der jüngeren Steinzeit: Durch ihre erhöhte und isolierte Lage hatte die Kuppe in Marcilly die Menschen der jüngeren Steinzeit und spätere Bewohner der Region angelockt. Er gestattete die Kontrolle des Ignontales und des oberen Tilletales. Dieser Beobachtungsposten diente zugleich als Zufluchtsort bei Gefahr. Die Kuppe war umgeben von drei Umfriedungen, die sie stufenförmig von unten nach oben umgaben. Bei der untersten handelte es sich lediglich um eine Art Zaun, die die Kuppe an ihrem Fuß umgab. Die beiden oberen hatten Verteidigungscharakter, und wurden von einem kleinen Fort am Kuppengipfel überragt. Die Forschungen des Dr. Planson ab 1960 erlaubten es, die
Spuren eines Wohnraumes zu finden, oder zumindest die einer Konstruktion; es ist jedoch
unmöglich, dessen Form und genaue Oberfläche exakt festzulegen. Es wäre gewagt, in ihr
ein ständiges Wohnhaus zu sehen, da keinerlei Küchenabfälle gefunden werden konnten.
Das wenige archäologische Material, das dort gefunden werden konnte ist besonders
interessant. Unter den aus der Steinzeit stammenden Dingen befinden sich Waffen (Sichel-
und Messerklingen) und andere sehr spezifische Werkzeuge (Sägen, ...); außerdem wurden
andere, seltenere Werkzeuge von kleiner Dimension und vielseitigerer Verwendung gefunden. Weiterhin gibt es reichlich Werkzeug aus Knochen: deren
Fertigung schien sehr weit fortgeschritten Axt-Scheiden, Stichel, Scheren,
Hohleisen, ... Spezialisten der jüngeren Steinzeit sind sich darin einig,
dass die Kuppe von Marcilly der mittleren burgunder Steinzeit zuzuordnen ist. Die Steinzeitfunde der Kuppe von Marcilly sind im archäologischen Museum von Dijon, 5, rue du Docter Maret, ausgestellt.
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